take care – so lautete das motto der diesjährigen dmexco, wobei die vier buchstaben für curiosity, action, responsibility und experience stehen. stellt sich mir die frage: why should i care?

was kann ich als projektmanager von dieser veranstaltung mitnehmen, die von manchen als wichigster hotspot der digitalbranche, von anderen als riesige filter-bubble voll heißer luft gesehen wird? am besten: selbst anschauen und es herausfinden.

laut veranstalter zeigt das messemotto, dass sich die digitale wirtschaft weiter den anwendern und ihren bedürfnissen zuwendet. und tatsächlich: der begriff „trust“ taucht auffallend oft auf, die user werden weiter in den mittelpunkt gestellt. keine wirklich neue erkenntnis, aber offenbar weiterhin ein thema, das die branche stark beschäftigt.

auch die megatrends vr/ar und machine learning stehen weiterhin im raum und werden von allen seiten mehr oder weniger erfolgreich vorangetrieben. so weit bekannt.

insgesamt bleiben auch viele vorträge, allein auch durch die zeitliche beschränkung von 20-30 minuten, eher an der oberfläche und bieten mehr allgemeinplätze als neue erkenntnisse.

immer wieder gibt es allerdings auch spannende slots: spotify („mein mix der woche kennt mich besser als mein psychater“), snap inc. (die „camera natives“ wollen ihre eigene pace bei videos und stories bestimmen) und instagram (die welt von heute ist vertikal) bringen gute insights zum aktuellen nutzungsverhalten, neuen trends und formaten. wichtig ist hier vor allem, aus der riesigen auswahl an vorträgen und informationen die rauszupicken, die für mich persönlich interessant sind.

ebenso interessant: die diskussionen zur entwicklung der rolle von agenturen. geht ohne technolgie-bündnisse wirklich nichts mehr? werden customized modelle noch mehr an bedeutung gewinnen? haben agenturen den digitalen anschluss verloren? man könnte den eindruck gewinnen, es gibt aktuell mehr fragen als antworten.

was kann man also von der dmexco mitnehmen? was kannst du als projekt manager oder berater für dich da rausziehen? sicher keine bahnbrechenden erkenntnisse, die dein komplettes arbeiten auf den kopf stellen würden. da man aber auch nicht nur mit scheuklappen durch die welt läuft, wäre das auch etwas überraschend.

was man auf jeden fall mitnehmen kann ist ein gefühl dafür, wohin sich die branche entwickelt, welche themen sie aktuell beschäftigen und wie weit einzelne trends und technologien fortgeschritten sind. und dass es durchaus sehr sinnvoll sein kann, sich in der branche und der agenturlandschaft mal gut umzuschauen und so schnell wie es nur geht so viele erfahrungen wie nur möglich zu machen und eine einstellung dazu zu entwicklen, dass nichts mehr so bleibt wie es ist. und wie immer dient auch eine dmexco dazu, viele neue interessante menschen kennenzulernen. und vitamin b schadet ja bekanntlich nur dem, der es nicht hat.